Die Mayas glaubten an eine periodische Erschaffung und Zerstörung der Welt, weil ihre Kosmologie Zeit als zyklischen Prozess verstand. Weltalter entstanden, vergingen und wurden erneuert, was göttliche Ordnung und kosmische Balance widerspiegelte.
Mythen wie das *Popol Vuh* schildern mehrere gescheiterte Schöpfungen, bevor die heutige Menschheit entstand. Diese Erzählungen erklären Naturzyklen, politische Umbrüche und Katastrophen als Teil eines übergeordneten Zeitkreislaufs. Der Kalender der Mayas – besonders der Lange Zählkalender – betonte große Zeiteinheiten (*Baktun*), deren Abschluss symbolische Neubeginnmomente markierte. Periodische Weltenden wurden dabei nicht zwingend als physische Vernichtung verstanden, sondern als Übergänge, in denen göttliche Kräfte Ordnung neu festlegen. So verband die Maya-Religion astronomische Beobachtung, Ritualpraxis und Geschichtsbewusstsein zu einem System, in dem Wandel und Wiederkehr grundlegende Prinzipien waren.


