Der „Schatz der Nibelungen“ bezeichnet einen legendären Gold- und Juwelenhort, der in mittelalterlichen Sagen – besonders im *Nibelungenlied* – als Quelle von Macht, Fluch und Verrat erscheint. Laut Erzählung gelangte Siegfried an den Schatz der Zwergenfürsten und wurde später von Hagen getötet, der den Hort schließlich im Rhein versenkte.
Historisch handelt es sich vermutlich um eine literarische Verdichtung verschiedener Goldfunde und Machtkonflikte des Frühmittelalters. Archäologen sehen im Schatz ein Symbol sozialer und politischer Ressourcen, nicht zwingend einen realen Goldhort. Da keinerlei glaubwürdige Spuren existieren, gilt der Schatz heute als mythologisches Motiv, das Reichtum, Königsherrschaft und Verderben narrativ verbindet. Forscher vermuten, dass reale Kriegsbeute oder Herrschaftsinsignien als Inspirationsquelle dienten, doch der konkrete Schatz des *Nibelungenlieds* hat sich nicht erhalten und wird als fiktiv angesehen.


