Totempfähle sind bedeutsam, weil sie die Abstammung, Geschichte und spirituelle Identität eines Clans sichtbar machen. Sie dienen als kulturelles Gedächtnis und verbinden Gemeinschaften mit ihren Vorfahren und Schutzgeistern.
Die kunstvoll geschnitzten Pfähle stammen vor allem von den Völkern der Nordwestküste, etwa den Haida, Tlingit oder Kwakwaka’wakw. Jedes dargestellte Tier- oder Fabelwesen repräsentiert eine Linie, ein Ereignis oder eine spirituelle Beziehung. Totempfähle wurden zu besonderen Anlässen errichtet – etwa bei Potlatch-Zeremonien – und markierten Rang, Bündnisse oder bedeutende Familiengeschichten. Ihre Symbole halfen, soziale Strukturen zu ordnen und moralische Werte weiterzugeben. Gleichzeitig fungierten sie als Orientierungspunkte im Dorf und als Ausdruck handwerklicher Meisterschaft. Forschende betonen, dass Totempfähle nicht angebetet wurden; sie waren Träger von Erinnerungen, nicht Gegenstände religiöser Verehrung. Heute stehen sie für kulturelle Resilienz, Identität und die Wiederbelebung indigener Traditionen.


