Die Mesopotamier glaubten an Dämonen und Schutzgeister, weil sie eine Welt sahen, in der unsichtbare Mächte Gesundheit, Glück und Gefahr unmittelbar beeinflussten. Schutzwesen sollten Harmonie sichern, während Dämonen Störungen und Krankheit erklärten.
In einer Umgebung mit häufigen Naturkatastrophen, Epidemien und politischer Unsicherheit bot dieses Glaubenssystem nachvollziehbare Ursachen für unerklärliche Ereignisse. Schutzgeister wie der „Lamassu“ verkörperten Kraft und Schutz und bewachten Häuser, Tempel oder Städte. Dämonen wie „Lamashtu“ oder „Pazuzu“ symbolisierten Bedrohungen, etwa Krankheit oder Fehlgeburten; Rituale, Amulette und Beschwörungen sollten ihr Wirken abwehren. Die Religion Mesopotamiens war zutiefst praktisch: Menschen versuchten, durch magisch-rituelle Handlungen das Gleichgewicht zwischen guten und zerstörerischen Kräften herzustellen. So wurden Dämonen und Schutzgeister zu zentralen Elementen einer Weltdeutung, die Alltag, Medizin und staatliche Ordnung eng miteinander verband.


