Der Leuchtturm von Pharos – Als das Licht noch aus Stein war

Auf einer felsigen Insel, umgeben von blauem Meer, steht ein Leuchtturm mit einer Statue an der Spitze. In der Nähe gleiten Segelboote unter einem hellen, klaren Himmel über das Wasser. Im fernen Hintergrund ist eine Küstenstadt zu erkennen.

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Du kennst das Gefühl, wenn du nachts auf einer unbekannten Straße fährst und plötzlich die erleuchteten Schilder einer Stadt auftauchen. Diese Erleichterung, diese Gewissheit: Hier geht es lang. Genau das empfanden Seeleute vor über 2.000 Jahren, wenn sie nach wochenlanger Fahrt das Feuer des Pharos von Alexandria erblickten. Nur dass dieses Licht nicht aus einer LED-Lampe kam, sondern aus einem 120 Meter hohen Steinkoloss – dem ersten und höchsten Leuchtturm, den die Menschheit je gebaut hat.

Ein Bauwerk für eine neue Weltstadt

Als Alexander der Große 331 vor Christus Ägypten eroberte, gründete er an der Nordwestküste des Nildeltas eine Stadt, die seinen Namen tragen sollte: Alexandria. Die Lage war strategisch perfekt gewählt – und gleichzeitig navigatorisch ein Albtraum. Die Küste war flach, rutschig und voller Sandbänke. Bei Nebel oder Dunkelheit liefen selbst erfahrene Kapitäne auf Grund.

Nach Alexanders frühem Tod 323 vor Christus übernahm sein General Ptolemaios die Herrschaft über Ägypten. Er machte Alexandria zur Hauptstadt seines Reiches und ließ die berühmte Bibliothek errichten, die mit über 700.000 Schriftrollen zur bedeutendsten des Altertums werden sollte. Die Stadt wuchs rasant. Schiffe aus dem gesamten Mittelmeerraum liefen den Hafen an. Der Handel blühte. Doch jeder neue Wohlstand hatte seinen Preis: Je mehr Schiffe kamen, desto mehr verunglückten in der gefährlichen Einfahrt.

Die Lösung war so simpel wie monumental: ein Leuchtturm. Kein kleines Leuchtfeuer, wie es sie bereits vereinzelt gab, sondern ein Bauwerk, das selbst bei Tageslicht aus großer Entfernung zu sehen war. Um 300 vor Christus erteilte Ptolemaios I. den Auftrag an den Architekten Sostratos von Knidos. Die Baukosten? Etwa 21.000 Kilogramm Silber – nach heutigem Wert knapp neun Millionen Euro. Zwischen 299 und 279 vor Christus entstand auf der kleinen Insel Pharos vor Alexandria eines der erstaunlichsten Bauwerke der Antike.

Drei Stockwerke bis zum Himmel

Der Leuchtturm war kein schlanker Turm, wie wir ihn heute kennen. Er bestand aus drei übereinander gestapelten Abschnitten mit völlig unterschiedlichen Formen. Die Basis bildete ein massiver quadratischer Sockel mit einer Seitenlänge von 30 Metern und einer Höhe von etwa 60 Metern. In diesem Unterbau soll es 300 Räume gegeben haben – Unterkünfte für Mechaniker, Maschinisten und Wachpersonal. Die Plattform war mit Statuen geschmückt, möglicherweise auch mit Säulen.

Darauf saß ein achteckiger Turm von etwa 30 Metern Höhe und 11 Metern Durchmesser. Den Abschluss bildete ein runder Aufbau mit 8 Metern Durchmesser und 15 Metern Höhe. Auf dessen Spitze thronte die offene Feuerstelle, umgeben von Säulen. Als Brennmaterial dienten vermutlich Holz und Schilf. Doch das wirklich Faszinierende war nicht das Feuer selbst, sondern das, was dahinter stand: ein Reflektor aus polierter Bronze.

Die Technik hinter dem Wunder

Hier beginnt die Geschichte rätselhaft zu werden. Antike und arabische Quellen sprechen von erstaunlichen optischen Effekten. Der Reflektor soll das Feuerlicht derart verstärkt haben, dass es angeblich aus 100 Meilen Entfernung sichtbar war. Bei Tag reflektierte ein Spiegel das Sonnenlicht. Manche Berichte erwähnen sogar eine Art Linsensystem aus durchsichtigem Stein oder Glas, durch das Schiffe auf offener See erkannt werden konnten, die mit bloßem Auge unsichtbar waren.

Hatten die Griechen bereits die Funktionsweise von Linsen verstanden? Die Frage ist bis heute nicht vollständig geklärt. Was wir wissen: Die hellenistische Wissenschaft war weit fortgeschritten. Archimedes lebte zur gleichen Zeit. Die Mathematik der Optik war bekannt. Und der Leuchtturm von Pharos war nicht nur ein Navigationshilfe – er war eine technische Demonstration griechischer Ingenieurskunst.

Arabische Reisende, die den Turm Jahrhunderte später noch in Funktion sahen, schwärmten von mechanischen Statuen auf der Plattform. Eine soll mit ausgestreckter Hand die Sonne verfolgt haben. Eine andere zeigte die Stunden des Tages durch Glockenschläge an. Eine dritte warnte angeblich vor nahenden feindlichen Schiffen. Wie viel davon Legende ist und wie viel Wahrheit, lässt sich schwer sagen. Doch die Berichte zeigen eines: Der Pharos war mehr als ein Turm. Er war ein Symbol für technologischen Fortschritt.

Vom Weltwunder zum Welterbe unter Wasser

Fast tausend Jahre stand der Leuchtturm. Das allein ist bemerkenswert. Doch nichts hält ewig. Im Jahr 796 zerstörte ein Erdbeben die Turmspitze. Reparaturen folgten, aber der Turm erreichte nie wieder seine ursprüngliche Höhe. 1100 brachte ein weiteres Beben große Teile zum Einsturz. Die Beben von 1303 und 1323 gaben ihm den Rest. Als der arabische Reisende Ibn Battuta 1349 Alexandria zum zweiten Mal besuchte, war der Turm nicht mehr zu betreten. 1480 ließ Sultan Qaitbay auf den Fundamenten eine Festung errichten – sie steht noch heute.

Doch die Geschichte des Pharos endet nicht mit seinem Einsturz. 1995 entdeckte der französische Archäologe Jean-Yves Empereur die Überreste des Leuchtturms auf dem Meeresgrund vor der Küste Alexandrias. Hunderte Steinblöcke, tonnenschwere Statuen, Säulentrümmer – alles lag dort, wo es die Erdbeben hinabgestürzt hatten. Im Juli 2025 bargen Forscher 22 monumentale Blöcke, darunter Teile einer gewaltigen Toranlage. Jeder Block wiegt zwischen 70 und 80 Tonnen.

Mithilfe dieser Funde soll nun ein digitaler Zwilling des Leuchtturms entstehen – eine virtuelle Rekonstruktion, die es ermöglicht, das Weltwunder so zu erleben, als würde man durch das antike Alexandria spazieren. Die UNESCO plant, die Bucht von Alexandria als Welterbe unterzutauchter Stätten anzuerkennen. Die ägyptische Regierung erwägt sogar ein Unterwassermuseum, in dem Taucher durch Glasröhren über die antiken Ruinen laufen könnten.

Ein Name, der nicht verging

Der Leuchtturm von Pharos ist verschwunden. Aber sein Vermächtnis lebt weiter – und zwar in jeder Sprache, die wir sprechen. Im Französischen heißt ein Leuchtturm „phare“, im Spanischen und Italienischen „faro“, im Portugiesischen „farol“. Selbst das französische Wort für Autoscheinwerfer – „phare“ – stammt vom alexandrinischen Koloss. Der Name der kleinen Insel wurde zum Synonym für jedes Bauwerk, das Licht ins Dunkel bringt.

Und das ist vielleicht das größte Kompliment, das ein Bauwerk bekommen kann: nicht als Ruine zu überdauern, sondern als Idee. Der Pharos von Alexandria war das Vorbild für alle Leuchttürme, die danach im Mittelmeerraum entstanden – in Ostia, Ravenna, Boulogne-sur-Mer, Dover. Die römische Torre de Hércules in La Coruña steht noch heute und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch keiner dieser Nachfolger erreichte die Höhe, die Komplexität oder die symbolische Kraft des Originals.

Das vergessene Weltwunder

Interessanterweise war der Leuchtturm von Pharos ursprünglich gar nicht auf der Liste der sieben Weltwunder der Antike. Der Dichter Antipatros von Sidon, der diese Liste im 2. Jahrhundert vor Christus verfasste, nahm stattdessen die Stadtmauern von Babylon auf. Erst im 6. Jahrhundert, als die Mauern längst zerfallen waren, ersetzte der Bischof Gregor von Tours sie durch den Leuchtturm. Ein verspäteter Ruhm – aber ein verdienter.

Heute erinnert nur noch die Festung Qaitbey an die Stelle, wo einmal das höchste Bauwerk der damaligen Welt stand. Doch unter Wasser, wenige Meter entfernt, liegen die Steine, die einst Schiffen den Weg wiesen. Für Archäologen sind sie ein Schatz. Für uns alle sind sie ein Zeugnis einer Zeit, in der Menschen ohne Beton, ohne Stahl, ohne Computer Bauwerke schufen, die Jahrhunderte überdauerten.

Der Leuchtturm von Pharos war das erste Hochhaus der Menschheit. Er war ein Triumph der Technik. Und er war ein Versprechen: Hier ist ein sicherer Hafen. Hier kannst du anlegen. Das Licht aus Stein ist längst erloschen. Aber die Idee leuchtet weiter.

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Roberts & Maclay

Aus der Feder von Roberts & Maclay stammen nicht nur die täglichen History Snacks, sondern auch erfolgreiche Bestseller-Buchserien wie die „Tom Wagner Abenteuer“ und die „François Cloutard Coups“.