Tibetische Nomaden hissten Gebetsfahnen in den Bergen, weil Wind und Höhe als direkte Träger spiritueller Kraft galten. Die Fahnen sollten Mantras in alle Himmelsrichtungen verbreiten und Frieden, Schutz und gutes Karma in der Umgebung stärken.
Ihre Platzierung auf Pässen, Gipfeln und Bergkämmen entsprach der Vorstellung, dass heilige Worte umso wirksamer sind, je näher sie dem Himmel stehen. Der Wind „rezitiert“ die aufgedruckten Mantras fortlaufend, sodass Gebete ununterbrochen wirken – ohne menschliches Zutun. Farben und Symbole repräsentieren die fünf Elemente und die Harmonie des Kosmos; gemeinsam bilden sie ein spirituelles Feld, das Reisende, Herden und ganze Landschaften segnen soll. Für Nomaden, die in weiten Hochlandregionen leben, schufen die Fahnen zudem sichtbare Marker von Gemeinschaft und Glauben. So wurden Bergfahnen zu einem zentralen Ausdruck tibetischer Identität, Naturverbundenheit und buddhistischer Kosmologie.


