Jade galt in China als Inbegriff von Reinheit, Tugend und Unsterblichkeit, weshalb ihr kunstvolles Bearbeiten zu einer der bedeutendsten kulturellen Praktiken wurde. Jadeobjekte verkörperten moralische Ideale und dienten als heilige Bindeglieder zwischen Menschen und Kosmos.
Das Material war selten, außergewöhnlich hart und schwer zu formen; seine Bearbeitung erforderte Geduld, technische Präzision und spirituelle Hingabe. In frühen Dynastien erschien Jade in Grabbeigaben als Schutz vor Verfall und als Symbol für ein harmonisches Weiterleben im Jenseits. Konfuzianische Gelehrte deuteten ihre Eigenschaften – Härte, Glanz, Klang – als Spiegel menschlicher Tugenden wie Rechtschaffenheit und Weisheit. Jadeornamente fungierten zudem als Statussymbole, Amtsinsignien und diplomatische Geschenke, die politische Autorität und kultische Reinheit vereinten. So prägte Jadehandwerk Religion, Philosophie und gesellschaftliche Ordnung über Jahrtausende und wurde zu einem Kernwert chinesischer Identität.


