Angkor Wat wurde als monumentaler Staats- und Tempelkomplex errichtet, um die göttliche Legitimation des Khmer-Königs Suryavarman II. zu demonstrieren und Vishnu zu ehren. Seine Architektur symbolisiert das Universum mit dem Zentralberg Meru als Sitz der Götter.
Die Anlage ist nach Westen ausgerichtet, was auf eine Verbindung mit Vishnu und möglicherweise auf eine königliche Grabfunktion hinweist. Feinste Reliefs erzählen Epen wie das *Ramayana* und spiegeln politisches Selbstverständnis und religiöse Kosmologie wider. Zu den „Geheimnissen“ zählen präzise Proportionen, komplexe Wasseranlagen und die exakte astronomische Ausrichtung, die Kalenderwissen voraussetzen. Zudem bleibt ungeklärt, wie die enorme Menge an Sandstein transportiert und verbaut wurde. Angkor Wat verbindet dadurch Ingenieurskunst, Religion und königliche Propaganda zu einem der beeindruckendsten Heiligtümer Südostasiens – und lässt wegen lückenhafter Quellen bis heute Fragen offen.


