Megalithkreise in der Bretagne dienten vermutlich als rituelle Versammlungsorte, an denen Gemeinschaften astronomische Ereignisse markierten und kultische Handlungen vollzogen. Ihre Anordnung deutet auf eine Verbindung zwischen sozialem Leben und kosmischer Ordnung hin.
Viele Kreise, etwa in Carnac, sind präzise auf Sonnenläufe oder Mondzyklen ausgerichtet. Das ermöglichte die Bestimmung saisonaler Wendepunkte, die für Landwirtschaft, Feste und religiöse Rituale zentral waren. Archäologische Funde weisen zudem auf zeremonielle Nutzung hin, etwa durch Opfergaben oder Begräbnisse in der Nähe. Die Errichtung der tonnenschweren Steine zeigt eine hochorganisierte Zusammenarbeit, die soziale Identität und politische Strukturen stärkte. Da schriftliche Quellen fehlen, bleibt die genaue Funktion offen; doch die Kombination aus astronomischer Präzision, rituellen Spuren und monumentaler Bauweise erklärt, warum Megalithkreise als heilige Orte galten und bis heute Rätsel aufgeben.


