Die Pyramiden Mittelamerikas dienten vor allem als religiöse Zentren, in denen Opferhandlungen, Kalenderzeremonien und politische Rituale stattfanden. Sie symbolisierten die Verbindung zwischen Menschen, Göttern und der kosmischen Ordnung und markierten zugleich die Macht ihrer Herrscher.
Ihr Aufbau folgte einem schrittweisen Verfahren: Arbeiter formten massive Kernstrukturen aus Erde und Steinbruchmaterial, die anschließend mit fein behauenen Kalksteinen verkleidet wurden. Viele Pyramiden wurden über Generationen erweitert, sodass schichtartige Bauphasen entstanden. Architekten richteten die Bauten präzise nach Sonnenständen oder astronomischen Ereignissen aus, was ihre Funktion als heilige Beobachtungsorte stärkte. Die Bauarbeiten waren Teil großer gemeinschaftlicher Projekte, die sowohl religiöse Verpflichtung als auch politische Organisation widerspiegelten. So wurden die Pyramiden zu monumentalen Zentren städtischer Kultur und zu sichtbaren Zeichen technologischer und sozialer Leistungsfähigkeit der Maya, Azteken und anderer mesoamerikanischer Gesellschaften.


