Die „Alten“ der Osterinsel – oft als Ahnen der Rapa Nui verstanden – waren jene Vorfahren, die man spirituell mit der Errichtung der Moai verband. Die Statuen sollten ihre Mana-Kraft verkörpern und Schutz sowie Wohlstand für die lebenden Gemeinschaften sichern.
Archäologisch ist klar, dass spezialisierte Handwerker und große Arbeitsgruppen die Moai in den Steinbrüchen von Rano Raraku herausarbeiteten und mit ausgeklügelten Techniken zu ihren Ahu-Plattformen bewegten. In der Kultur der Rapa Nui galt jedoch: Nicht bloß Menschen, sondern die Ahnen selbst richteten die Statuen „spirituell“ auf, indem sie ihre übernatürliche Präsenz durch die Figuren weiterwirken ließen. Nach dem Aufstellen erhielten die Moai durch eingeritzte Augen aus Koralle erst ihre volle Wirkmacht. Die Vorstellung der „Alten“ erklärt somit, wie eng Technik, Identität und Ahnenverehrung miteinander verwoben waren und warum die Moai als lebendige Schutzwesen galten.


