Der Drudenfuß – ein in sich geschlossenes Fünfeck oder Pentagramm – galt im Mittelalter als starkes Schutz- und zugleich als dämonisches Zeichen. Seine Furcht beruhte auf der Vorstellung, dass seine geometrische Geschlossenheit Mächte bannen oder herbeirufen könne.
Er wurde oft an Türen, Betten oder Schwellen angebracht, um „Druden“, schlafraubende Dämonen oder Hexen, fernzuhalten. Gleichzeitig fürchtete man, das Pentagramm könne durch falsche Nutzung unheilvolle Kräfte öffnen. Christliche Ausleger sahen es teils als Symbol der fünf Wunden Christi, teils als gefährliche magische Figur. Diese doppelte Bedeutung verstärkte die Ambivalenz. In Volksglauben und Literatur erschien der Drudenfuß als Zeichen, das Grenzen zieht: Es schützt, indem es das Böse aussperrt, wirkt aber unheimlich, weil es mit verborgener Geometrie und okkultem Wissen verknüpft ist. So wurde er zu einem gefürchteten Symbol zwischen Magie, Religion und Aberglauben.


