Die Spiralen auf dem Nazca-Plateau gelten als rituelle Wegzeichen, die für Prozessionen, Wasserzeremonien und kosmische Symbolik genutzt wurden. Sie verbanden religiöse Vorstellungen mit der extrem trockenen Umwelt der Region.
Archäologische Befunde zeigen, dass die Nazca viele Linien, Spiralen und Geoglyphen als begehbare Pfade anlegten. Die Form der Spirale steht oft für zyklische Kräfte wie Wind, Wasser oder kosmische Bewegung. Forscher vermuten, dass Menschen diese Linien in rituellen Prozessionen abschritten, um Regen zu erbitten oder Fruchtbarkeit zu stärken. Einige Spiralen liegen in der Nähe von Quellen und puquios – unterirdischen Wassersystemen – was ihren Bezug zum Wasserhaushalt wahrscheinlich macht. Auch der kultische Kontakt zu Berggottheiten, die als Spender von Niederschlag galten, spielt eine Rolle. Die Spiralen waren somit keine zufälligen Muster, sondern visuelle und begehbare Symbole, die Umweltbeobachtung, religiöse Praxis und soziale Identität verbanden und das aride Leben auf dem Hochplateau strukturierten.


