Die Babylonier glaubten, dass Sterne und Planeten die Zukunft offenbaren, weil sie diese als göttliche Zeichen verstanden, die das irdische Geschehen widerspiegeln. Himmlische Muster galten als Botschaften der Götter, die man durch genaue Beobachtung lesen konnte.
Ihre Astronomie war hochentwickelt: Priester-Astronomen verzeichneten über Jahrhunderte Himmelsbewegungen und deuteten Abweichungen als Warnungen oder Zusagen für König und Staat. Da politische Stabilität, Ernteerfolg und Kriegsglück als von den Göttern abhängig galten, wurde die Deutung astrologischer Omen zu einem zentralen Werkzeug königlicher Entscheidungsfindung. Die als *Enūma Anu Enlil* bekannten Omen-Texte ordneten bestimmten Konstellationen konkrete Folgen zu und machten Vorhersagen scheinbar systematisch. Dieser enge Zusammenhang von Religion, Wissenschaft und Macht erklärt, warum Astrologie in Babylon als verlässliches Mittel galt, kommende Ereignisse zu verstehen und darauf zu reagieren.


