Die Han-Dynastie errichtete aufwendige Grabanlagen, weil sie das Weiterleben des Herrschers im Jenseits sichern und seine kosmische Macht sichtbar machen sollten. Gräber galten als „ewige Residenzen“, die Schutz, Status und spirituelle Kontinuität gewährten.
Die Anlagen orientierten sich am Palast des lebenden Kaisers: unterirdische Kammern, Opferwege und Reliefs stellten die ideale Weltordnung (*tianxia*) dar, die der Herrscher auch nach dem Tod bewahren sollte. Beigaben wie Keramikfiguren, Waffen, Textilien oder Miniaturen dienten als symbolische Dienerschaft und garantierten Komfort und Autorität im Jenseits. Gleichzeitig drückten die monumentalen Gräber politische Legitimation aus: Sie zeigten die Fähigkeit des Staates, große Ressourcen zu mobilisieren, und verbanden das Kaiserhaus mit Ahnen und Himmel. So wurden die Grabkomplexe zu religiösen, ideologischen und repräsentativen Zentren, die Macht, Kosmologie und Erinnerungskultur der Han-Dynastie vereinten.


